Logo_adipöseskindEine Mutter und ihr adipöser Sohn kommen zu mir zur Beratung. Hinter der souveränen Mutter trottet ein 11 jähriger Junge hinterher, der sichtlich unwillig mitgekommen ist.  Die beiden betreten den Beratungsraum. Ich bitte den Jungen, sich einen Platz zu wählen und ich erkenne sofort sein Erstauen, so als ob er überrascht sei, gefragt zu werden. Dieser Eindruck verstärkt sich im Laufe der Beratung, in der die Mutter häufig das Wort ergreift, obwohl ich mit dem Jungen rede und der Junge bei einer Frage den Kopf dreht, so als ob er sich nicht trauen würde, mir selbst zu antworten und erst die Mutter fragen müsse, bevor er antwortet.

Kinder wollen gefragt werden!

Wollen wir gehorsame Befehlsempfänger großziehen, oder wollen wir selbstständig denkende Menschen in ihr eigenständiges Leben begleiten? Dann sollten Eltern so schnell wie möglich Kinder ernst nehmen und sie dort um ihre Meinung fragen, wo sie selbst entscheiden können.

Doch keinesfalls überall, sollten Kinder gefragt werden. Es gibt Dinge, dafür sind Eltern verantwortlich und sollten diese Verantwortung nicht an die Kinder abgeschoben werden.

„Was willst du morgen essen?“ Viele Mütter sind stolz darauf, die Kinder an dieser Stelle einzubeziehen, doch an dieser Stelle sind Kinder (übrigens auch Männer) vollkommen überfordert. Sie sind nicht die Experten eines ausgewogenen Mahlzeitenangebots, sondern im Höchstfall Experten ihrer Vorlieben und wünschen sich selbstverständlich immer das, was sie am liebsten essen. Oder sie antworten, wie auch Ehepartner antworten. „Entscheide Du das“ und damit haben Sie Recht, denn:

Kinder wollen Verantwortung übernehmen!

aber nur dort, wo sie diese auch haben.

Es sind nicht die Kinder, in deren Verantwortung es liegt, entsprechend einem Familienbudget zu handeln, sprich: Einkaufen, Vorratshaltung, Mahlzeiten zusammenstellen, ein Mahlzeitenangebot machen u.v.m. Doch meine Erfahrung ist, dass viele Eltern mir sagen: „Bei uns bestimmt nur das Kind, was es zu essen gibt.“ „Gemüse gibt es bei uns schon lange nicht mehr. Er isst es ja doch nicht.“ „Wir essen nicht mehr gemeinsam. Jeder isst, wann er will.“ „Er will halt drei Schnitzel, mein Mann will auch drei. Deshalb kaufe ich 7 Schnitzel.“ Sprich: Eltern delegieren an den falschen Stellen ihre eigene Verantwortung an die Kinder ab. Damit sind Kinder überfordert und handeln nach ihrem eigenen Gusto, aber keinesfalls Vernunft bezogen.

Doch wo sollten Eltern ihren Kindern Verantwortung für Ihr Handeln übertragen? Kinder jedenfalls sind sich da einig und haben eine klare Vorstellung davon:

Ich möchte entscheiden, OB ich essen möchte, oder nicht

Ich möchte entscheiden, WAS ich aus einem gemachten Angebot auswählen möchte

Ich möchte entscheiden, WIE VIEL ich essen möchte

Menschen wollen verstanden werden!

Doch was so einfach klingt, ist für beide Seiten nicht so leicht. Und wenn ich es recht bedenke, für Kinder, egal ob dick, ob dünn, ob jung, ob pubertär, wesentlich einfacher, als für die Eltern.
Und genau hier beginnt die Problematik:

Ein Großteil von Ernährungsproblemen sind pädagogische Herausforderungen und bedürfen weitaus mehr, als ein wenig „Wissensvermittlung“ rund um „gesunde Ernährung“. Professionelle Ernährungstherapie unterstützt Eltern und Kinder gleichermaßen, das eigene Verhalten und den Anderen besser zu verstehen.

Wir begleiten die ganze Familie und sehen professionelle Ernährungstherapie nicht nur als medizinische Herausforderung, sondern als Chance, dass Eltern und Kinder über die Erkrankung ihrer Kinder in ein neues Familiengleichgewicht kommen. Professionelle Ernährungstherapie ist eine besondere Form pädagogischer Beratung denn….Essen ist mehr als Ernährung und menschliches Verhalten immer auch emotional und sozial und damit von den MITmenschen abhängig.

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Professionelle Ernährungstherapie wird von den meisten Krankenkassen mit einer Bonuszahlung belohnt und zwar einmal pro Jahr. Profitieren Sie, für Ihr Wohl und Gleichgewicht.

 

 

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